RAP vs CAP: Die richtige SAP-Erweiterungsstrategie wählen

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Dezember 2025
14 Min. Lesezeit

Das SAP-Ökosystem bietet zwei primäre Programmiermodelle für den Aufbau moderner Anwendungen: RAP für On-Stack-Entwicklung und CAP für Side-by-Side-Entwicklung auf BTP. Das Verständnis, wann welches Modell einzusetzen ist, ist entscheidend.

Während beide Modelle ähnliche Designprinzipien teilen und vergleichbare Anwendungen hervorbringen können, dienen sie unterschiedlichen Zwecken und eignen sich für verschiedene Szenarien. Die Wahl beeinflusst nicht nur die technische Architektur, sondern auch Entwickler-Skills, Wartungsansätze und langfristige Flexibilität.

Die Grundlagen verstehen

Das RESTful ABAP Programming Model (RAP)

RAP ist SAPs strategisches Programmiermodell für den Aufbau von Fiori-Apps, Web-APIs und lokalen APIs auf der ABAP-Plattform. Es läuft innerhalb des S/4HANA-Systems und bietet direkten Zugriff auf Geschäftsdaten.

RAP nutzt CDS (Core Data Services) für Datenmodellierung, bietet managed und unmanaged Implementierungsmuster für Geschäftslogik und unterstützt Draft-Handling für komplexe transaktionale Szenarien.

Das Cloud Application Programming Model (CAP)

CAP ist SAPs Framework für den Aufbau von Enterprise-Anwendungen auf der SAP Business Technology Platform. Es unterstützt Node.js und Java als Laufzeitumgebungen und bietet eine moderne Entwicklungserfahrung mit umfangreichem Tooling.

CAP-Anwendungen verbinden sich mit S/4HANA über stabile APIs und wahren so eine saubere Trennung zwischen dem Kernsystem und Erweiterungen.

Entscheidungskriterien

Datennähe

RAP ist die bevorzugte Wahl, wenn die Erweiterung Echtzeitzugriff auf transaktionale Daten erfordert oder komplexe Berechnungen von mehreren verwandten Geschäftsobjekten abhängen.

CAP ist vorzuziehen, wenn die Erweiterung primär eigene Daten verwaltet und nur gelegentliche S/4HANA-Abfragen durchführt.

Prozessintegrationstiefe

RAP ist die richtige Wahl, wenn die Erweiterung Standard-Prozessverhalten synchron modifizieren oder erweitern muss.

CAP eignet sich besser, wenn die Erweiterung eigenständige Prozesse implementiert, die durch S/4HANA-Events ausgelöst werden.

Entwicklerteam-Skills

RAP nutzt die Stärken von Teams mit soliden ABAP-Skills und -Erfahrung.

CAP spricht Teams an, die Node.js- oder Java-Erfahrung mitbringen und moderne Entwicklungspraktiken bevorzugen.

Hybride Ansätze

Viele reale Szenarien profitieren von der Kombination von RAP und CAP:

RAP-APIs mit CAP-Orchestrierung

RAP stellt saubere APIs für S/4HANA-Daten bereit, während CAP komplexe Prozesse orchestriert, die mehrere Systeme umfassen.

CAP für Innovation, RAP für Kern

CAP für sich schnell entwickelnde innovative Features, RAP für stabile, kerngeschäftliche Erweiterungen. Neue Ideen werden auf BTP prototypisiert und dann selektiv zu RAP migriert.

Fazit

Die Wahl zwischen RAP und CAP ist keine Frage, welche Technologie besser ist, sondern welche für Ihre spezifischen Anforderungen angemessener ist. Zusammenfassend:

  • Beginnen Sie mit RAP für Erweiterungen, die eng mit S/4HANA-Prozessen und -Daten gekoppelt sind
  • Wählen Sie CAP für eigenständige Anwendungen, extern gerichtete Lösungen und Multi-System-Orchestrierung
  • Erwägen Sie hybride Ansätze, die die Stärken jeder Plattform nutzen
  • Investieren Sie in Skill-Entwicklung für die gewählte Plattform – oder beide

Die erfolgreichsten Organisationen werden Kompetenz sowohl in RAP als auch in CAP entwickeln, was ihnen ermöglicht, den optimalen Ansatz für jede Erweiterung zu wählen.

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